Antrag nach § 14 der Geschäftsordnung des Rates und der Ausschüsse
hier: Erstellung eines integrierten Spielraum- und Spielflächenkonzeptes „Spielräume Herten 2030“
Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN beantragt:
Beschlussvorschlag
Die Stadt Herten erstellt ein integriertes Spielraum- und Spielflächenkonzept „Spielräume Herten 2030“ unter besonderer Berücksichtigung des Themenschwerpunktes „Inklusion“.
Das Konzept soll als strategisches Steuerungsinstrument für die zukünftige Entwicklung, Sicherung und qualitative Weiterentwicklung der Spiel- und Bewegungsflächen im Stadtgebiet dienen.
Dabei sollen insbesondere folgende Inhalte berücksichtigt werden:
1. Bestands- und Bedarfsanalyse
- Erfassung und Bewertung aller öffentlichen Spiel- und Bewegungsflächen im Stadtgebiet,
- Ermittlung des Flächenbedarfs auf Grundlage von Einwohnerzahlen, Altersstrukturen sowie sozialräumlichen Daten,
- Analyse der räumlichen Verteilung und der fußläufigen Erreichbarkeit der Spielflächen,
- Identifizierung von Versorgungslücken sowie von unter- oder überversorgten Bereichen.
2. Qualitative Bewertung
Die vorhandenen Spielflächen sollen hinsichtlich folgender Kriterien bewertet werden:
- Aufenthaltsqualität,
- Spielwert und Nutzungsvielfalt,
- Barrierefreiheit und Inklusion,
- Zustand und Sanierungsbedarf,
- Erreichbarkeit und Verkehrssicherheit,
- Möglichkeiten für generationenübergreifende Nutzung,
- klimaangepasste und naturnahe Gestaltung.
3. Schwerpunkt Inklusion
Das Konzept soll Maßnahmen aufzeigen, wie bestehende und zukünftige Spiel- und Bewegungsflächen schrittweise inklusiver gestaltet werden können.
Hierzu zählen insbesondere:
- barrierearme Zugänge,
- inklusive Spielangebote,
- Aufenthaltsbereiche für Kinder mit unterschiedlichen Bedürfnissen,
- Möglichkeiten der Teilhabe für Familien und Begleitpersonen.
4. Entwicklungsziele und Maßnahmen
Auf Grundlage der Analyse sollen:
- konkrete Entwicklungsziele definiert,
- Prioritäten für Sanierung, Modernisierung und Neubau festgelegt,
- Handlungsempfehlungen für Verwaltung und Politik formuliert,
- sowie ein Maßnahmen- und Umsetzungskonzept mit Prioritätenliste erarbeitet werden.
Dabei sollen auch Fördermöglichkeiten sowie der mittelfristige Finanzierungsbedarf dargestellt werden.
5. Beteiligung
Kinder, Jugendliche, Familien, Schulen, Kitas sowie weitere relevante Akteurinnen und Akteure sollen in geeigneter Weise in die Erarbeitung des Konzeptes einbezogen werden.
Begründung
Herten verfügt über zahlreiche Spiel- und Bewegungsflächen und ist grundsätzlich gut aufgestellt. Gleichzeitig verändern sich die Anforderungen an öffentliche Spielräume stetig. Aspekte wie Inklusion, soziale Teilhabe, wohnortnahe Erreichbarkeit, Klimaanpassung sowie veränderte Freizeit- und Bewegungsgewohnheiten gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Spiel- und Bewegungsflächen sind unverzichtbare Bestandteile einer kinder- und familienfreundlichen Stadtentwicklung. Sie fördern Bewegung, soziale Kontakte, Kreativität und selbstbestimmtes Spielen und leisten zugleich einen wichtigen Beitrag zur Lebensqualität in den Quartieren.
Die Bedeutung von Spiel- und Bewegungsräumen ergibt sich zudem aus den Zielsetzungen der UN-Kinderrechtskonvention sowie aus den §§ 1 und 11 SGB VIII. Darüber hinaus formuliert die DIN 18034 Anforderungen an eine bedarfsgerechte Planung von Spiel- und Freiräumen für Kinder und Jugendliche.
Ein integriertes Spielraum- und Spielflächenkonzept ermöglicht es, die bestehende Situation systematisch zu analysieren, zukünftige Bedarfe frühzeitig zu erkennen und Investitionen zielgerichtet, transparent und sozial gerecht zu steuern. Gleichzeitig schafft ein solches Konzept eine belastbare Grundlage für politische Entscheidungen und die Beantragung möglicher Fördermittel.
Mit freundlichen Grüßen
Martina Herrmann Patrick Berner