Glashaus und Bibliothek gehören zusammen – ein Ort für alle

Die Ankündigung des Bürgermeisters, die Bibliothek aus dem Glashaus verlegen zu wollen, hat viele Menschen in Herten überrascht. Für uns als Grüne stellt sich dabei eine zentrale Frage: Was würde unsere Stadt verlieren, wenn die Bibliothek diesen Ort verlässt?

Das Glashaus ist weit mehr als nur ein Gebäude mit Büchern. Es ist ein lebendiger Treffpunkt im Herzen unserer Stadt. Jeden Tag kommen hier Menschen zusammen: Kinder, Schülerinnen und Schüler, Familien sowie Seniorinnen und Senioren. Viele Jugendliche nutzen hier den kostenlosen Internetzugang, um zu lernen, Hausaufgaben zu machen oder einfach einen ruhigen Ort zum Arbeiten zu finden. Natürlich wird dort auch einmal gechattet – aber gerade das zeigt, dass das Glashaus ein offener Ort für junge Menschen ist.

Der Gang in die Bibliothek ist für viele Menschen auch mit einem Besuch in der Innenstadt verbunden. Wer Bücher ausleiht oder zurückbringt, erledigt oft noch Einkäufe, geht in ein Café oder trifft sich mit Freundinnen und Freunden. Die Bibliothek bringt damit Leben in die Innenstadt und stärkt die Attraktivität unseres Stadtzentrums.

Besonders irritierend ist die aktuelle Diskussion auch deshalb, weil im vergangenen Jahr eine starke Bürgerbeteiligung zur Weiterentwicklung der Bibliothek stattgefunden hat. Viele Bürgerinnen und Bürger haben sich eingebracht, ihre Ideen und Wünsche formuliert und sich Gedanken über eine moderne Bibliothek gemacht. Auch Schülerinnen und Schüler aus Hertener Schulen haben mit großer Begeisterung ihre Vorstellungen gesammelt und vorgestellt.

Diese Ideen waren dabei immer eng mit dem Standort im Glashaus verbunden. Für viele Beteiligte war klar: Die Zukunft der Bibliothek wird hier, im Herzen der Stadt, weitergedacht.

Wenn nun plötzlich über eine Verlagerung gesprochen wird, fühlen sich viele Bürgerinnen und Bürger vor den Kopf gestoßen. Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihr Engagement eingebracht haben, erwarten zu Recht, dass ihre Beteiligung ernst genommen wird.

Auch die geplante Verlagerung der CreativWerkstatt sehen wir kritisch. Die Angebote der CreativWerkstatt richten sich vor allem an Kinder. Aus unserer Sicht sollten solche Angebote dort stattfinden, wo Kinder ein passendes Umfeld haben – mit Raum zum Bewegen und der Möglichkeit, auch einmal nach draußen zu gehen, zum Beispiel in den Pausen.

Die Innenstadt bietet dafür nur eingeschränkte Möglichkeiten. Für kreative Angebote für Kinder braucht es ein kindgerechtes Umfeld und ausreichend Freiflächen. Deshalb halten wir die Innenstadt dafür nicht für den optimalen Standort.

Als gewählte Vertreterinnen und Vertreter der Hertener Bürgerinnen und Bürger sehen wir es als unsere Aufgabe, die Beteiligung der Menschen zu unterstützen. Bürgerengagement ist ein großer Wert für unsere Stadt. Deshalb sollten wir den Menschen, die sich beteiligt haben, nicht vor den Kopf stoßen, sondern ihre Ideen ernsthaft in unsere Entscheidungen einbeziehen.

Für uns ist klar: Die Bibliothek im Glashaus ist ein wichtiger Ort für Bildung, Begegnung und eine lebendige Innenstadt. Über ihre Zukunft sollte nicht vorschnell entschieden werden – sondern im Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern dieser Stadt.